Tour am 9. Oktober 2026 beendet

Auf den letzten Zacken angekommen

Update 10. Oktober 2026: Gestern gegen fünf Uhr am Abend bin ich in Bregenz angekommen. Die Tour konnte ich somit abschliessen. Huch, war das knapp. Vor einer Woche bin ich noch bei Sonnenschein über das Stilfser Joch gewandert, heute liegt dort Schnee.

Nun habe ich die 1291 erwandert. Der abgebildete Grenzstein im übrigen ist ein kleiner «Fake». Statt 1291 habe ich «nur» 1921 angetroffen. Ein simpler Zahlendreher, ganz ohne KI und schon sind wir bei 1291.

Auf den letzten acht Etappen suchte ich zuweilen «flache» Passagen. So habe ich die beiden Pässe bei Samnaun und Kappl «ausgelassen». Ich hatte einfach kein gutes Gefühl, das alleine anzugehen. Zumal meine Schuhe kaum mehr Profil hatten. Stattdessen bin ich über Landeck gewandert. Das waren am Ende ca. 2500 Höhenmeter weniger, dafür aber gute 10 Kilometer mehr. Und, es war sehr genussreich.

Trotzdem bin ich bei 1291 Kilometern gelandet. Die Umwege zu den Unterkünften sind nun einfach nicht mehr mit von Partie. Real gewandert bin ich wohl eher gegen Morgarten (1315 Kilometer). Das ergibt pro Tag ca. 31 Kilometer, dies bei ca. 900 Höhenmetern pro Tag.

Für die gesamte Strecke benötigte ich exakte 42 Tage bzw. sechs Wochen. 12 Etappen bin ich im Frühjahr gewandert, 30 im Herbst. Der Sommer ist (wie bereits früher geschrieben) hitzebedingt ins Wasser gefallen. Und ich denke, die Entscheidung war richtig. Noch im Herbst war es beim Wandern im Süden teilweise fast unerträglich heiss.

In Bregenz habe ich einen recht kümmerlichen Bodensee angetroffen. Nach Aussagen der Meteorologie müsste es einige Monate regnen, ehe der Pegel des Bodensees wieder auf Normalstand wäre.

Die Folgen der Klimaerwärmung sind aber nicht nur am Bodensee zu sehen. Viele Wege dürften in Zukunft in den Bergen nicht mehr begehbar sein. Die Erosion ist quasi allgegenwärtig. Ich wünschte mir sehr, dass es uns Menschen gelingt, unser Verhalten nachhaltig zu ändern.

Das Beispiel der Schweiz-Umwanderung zeigt, es finden sich auch in der Nähe so viele tolle Orte, dass sich eine jede Fernreise quasi im Grundsatz erübrigt. Auf 1291 Kilometern rund um die Schweiz bietet sich eine einzigartige Vielfalt. Es ist ein wahres Privileg in einer solch tollen wie schönen Landschaft wie in Mitteleuropa leben zu dürfen.

Dankbar bin ich, dass meine Füsse die Strapazen bis zum Ende mitmachten. Etwa fünf Tuben Arnika-Salbe kaufte ich unterwegs, übrig geblieben davon ist ein kleiner Rest der letzten Packung.

Sagen wir es so, letztes Jahr auf dem GR5 war ich leichteren Schrittes unterwegs. Dem sei aber auch angefügt, dass der GR5 von der Distanz her «nur» etwa einen Drittel umfasste.

Alles in allem konnte ich diese Wanderung sehr geniessen. Ich habe so viele schöne, besinnliche, spannende, nachdenkliche und einzigartige Momente erlebt, die ich mit viel Dankbarkeit mit in meinen Alltag nehme.

Bleibt anzufügen: die Beschreibungen zu den Etappen ab Aosta werden folgen. Wann, das werden wir sehen.

3 Kommentare zu «Tour am 9. Oktober 2026 beendet»

    1. Ganz so ohne Sorgen ist das Wanderleben dann leider doch nicht ;-). Ich hatte in Delle Probleme mit dem rechten Knie. Da musste ich die Apotheke aufsuchen und habe dann über drei Tage eine Bandage getragen. Seit da habe ich mit dem rechten Knie keine Probleme gehabt. Beim linken Fuss hatte ich die letzten Etappen am Knöchel gewisse «Leiden». Zwei tüchtige Portionen Arnika-Salbe pro Tag brachten aber Abhilfe, sodass ich in Tirano recht gut ankam. Was kommt, wir werden sehen.

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