Vom Rhein bis nach Frankreich

Sieben Tage meiner Reise sind nun erlaufen. Vom vierten bis zum siebten Tage wandere ich aussen am nördlichsten Punkt der Schweiz vorbei hinunter zum Rhein. Danach geht es für ca. 60 Kilometer dem Fluss entlang Richtung Basel. Ein kleiner Schwarzwald-Hügel bringt mich zur Grenze nach Frankreich. Auf den letzten Kilometern gibt es viel Asphalt.

Tag 4: Vom nördlichsten Punkt ins Schweizer Exil

Ich breche früh am Morgen auf. Erneut begrüssen mich viele blühende Bäume. Es geht durch viel Wald. Den Weg muss ich zwischendurch eher erkämpfen. Die Pfade zum Teil nicht mehr begangen. In der Überzahl sind es aber sanfte Waldsträsschen. Die Vögel zwitschern um die Wette, es ist fast schon märchenhaft schön hier.

Im kleinen Weiler Blumenfeld treffe ich auf die Kirche St. Michel. Von aussen wirkt sie etwas mächtig, fast schon langweilig. Im Innern gibt es eine üppige Ausstattung. Dieser Spagat zwischen Aussen und Innen ergibt sich dem Faktum, dass an diesem Orte zwar bereits im 11. Jahrhundert eine Kirche stand. Diese wurde allerdings im frühen 20. Jahrhundert abgerissen und in historisierender Form neu erbaut.

Kurz und gut, das schöne Innere stammt nicht aus dem Barock, ist aber dennoch erhaben, was von der Hülle aussen nicht unbedingt gesagt werden kann. Das Lichtspiel der Fenster mit feinster Glasmalerkeikunst bietet ein perfektes Lichtspiel mit den Sonnestrahlen.

Meine Reise führt mich über den Ort Tengen. Der historische Ortskern ist gut erhalten, doch wird er etwas durch die allenthalben parkierten Autos verunstaltet.

Der Weg führt hinunter in die Mühlbachschlucht. Der dortige Wasserfall gibt immerhin 13 Meter Fallhöhe her. Ganz alleine geniesse ich das Naturspektakel.

Es ist ein stetiges Auf und Ab heute. Am Horizont grüssen die (noch) schneebedeckten Alpen. Mein Pfad führt für einige Zeit direkt entlang der Schweizer Grenze. Auf der deutschen Seite gibt es Asphalt. Ennet der Grenze gibt es einen dezenten Feldweg.

Die Landesgrenze verläuft willkürlich. Mal einen Bogen nach links, einen Zacken nach rechts. Es darf gar angemerkt werden, die Grenze mag zwar auf dem Papier trennen, in der Realität übertrumpft die Natur die von Menschen gemachte Trennlinie in jeder Hinsicht.

Wer um jeden Preis eine Grenze haben möchte, suche nach Grenzsteinen, alle anderen geniessen einfach die Landschaft. Wobei geniessen relativ ist. Es zieht sich hin, bis der nördlichste Punkt der Schweiz erreicht ist.

Unterwegs treffe ich auf den Buchener Stumpen, eine über 500 Jahre alte Eiche. Das war lange bevor die heutige Grenze des Kanton Schaffhausens zu Deutschland entstand. Dem Buchener Stumpen dürfte dies auch egal sein, ein Baum kennt keine Grenzen, der Buchener Stumpen nicht in Ansätzen.

Der nördlichste Punkt der Schweiz bietet ein bescheidenes Spektakel. Ein Grenzstein und eine Tafel, mehr ist da nicht. Ganz allgemein kann angemerkt werden, die Grenze bleibt ein Mysterium. Wohl entstanden, weil gewisse Ländereien irgendwie gekauft und auch wieder veräussert wurden.

Es geht nun beachtlich bergab. Von über 800 Metern sind es einige Hundert Meter hinunter nach Grimmelshofen. Dazwischen liegt Fützen, ein kleines Dörfchen. Einen Laden konnte ich nicht ausmachen, in einer alten Gaststätte gibt es Limonade, ehe ich mit müden Beinen die letzten Kilometer meisterte.

In Grimmelshofen treffe ich auf Urs, der als Schweizer lange im Kanton Zug lebte. Zusammen mit Eri hat Urs vor 14 Jahren ein altes Bauernhaus erworben. Einer Nutzung als Ferienhaus folgte vor vielen Jahren die Übersiedelung ins Wutachtal. Die Grenze ist nur einen Steinwurf entfernt. Geschätzt wird von beiden, dass es hier einfach mehr Raum gebe. Das Haus ist riesig, es gibt viel Platz für eine Werkstatt, das Wohmobil steht in der alten Scheune, der Garten ist immens, ein neues Backhäusle steht auch darauf.

Den ganzen Abend diskutieren wir über die Besonderheiten des Lebens im grenznahen Deutschland. Da gibt es auch Kurioses: So stehe das Rasenmähen am Sonntag bei 50 bis 50’000 Euro unter Strafe. Auf der anderen Seite seien die Bauvorschriften (z.B. ein Backhäusle) deutlich einfacher als in der Schweiz.

Tag 5: Nach Waldshut ins Mittelalter

Da ich freundlicherweise und mit bestem Dank bei Eri und Urs übernachten konnte, kann ich am nächsten Morgen früh loswandern. Zunächst bei Kälte und Schatten, später mit wärmenden Sonnestrahlen geht es links, später rechts und zum Abschluss wieder links der Wutach entlang hinunter zum Rhein.

Ursprünglich verlief die Grenze quasi querfeldein dies- und jenseits des Flusses. Grenzkorrekturen im 19. und 20. Jahrhundert sind dafür verantwortlich, dass nun über weite Teile die Wutach die Grenze bildet. Und daher wandere ich für weite Teile eben rechts des Flusses.

Um den Rhein kurz vor Waldshut zu erreichen, nehme ich bei Horheim die Abkürzung durch den Wald. Ergibt ein paar Höhenmeter, aber dafür sind es einige Kilometer weniger.

Über Lauchringen und Tiengen geht es anschliessend hinunter zum Rhein. Einmal mehr geniesse ich die Blüten der Obstbäume.

Leider folgt danach ein Stück Einkaufswüste. Autokennzeichen aus dem Kanton Aargau bilden wohl nicht die Mehrzahl, aber auch keine Minderheit. Gekauft wird alles, was sich transportieren lässt.

Erst am Rheinufer kehrt Ruhe ein. Links kann die Mündung der Aare in den Rhein erkannt werden, oder wie später Uli sagen sollte, eigentlich fliesse ja der Rhein in die Aare. Denn die Aare ist gross und erhaben, der Rhein von links eher an die Seite verbannt.

Der weitere Weg bis nach Waldshut ist lauschig wie kurz. Hinauf zum Bahnhof wie der Altstadt führt ein kleiner steiler Weg.

Das Städtchen Waldshut bietet ein Eintauchen ins Mittelalter. Am besten geht dies mit einer Stadtwanderung. Am späten Nachmittag treffe ich auf Uli. Er ist seit vielen Jahren Stadtführer von Waldshut und begleitet mich durch die Altstadt.

Natürlich möchte ich von Uli wissen, ob und welche historischen Berührungspunkte es zur Schweiz gebe. Uli erzählt mir dabei die Geschichte des Waldshuter Krieges. Da seien Ende des 15. Jahrhunderts 12’000 bis 15’000 Eidgenossen vor der Stadt gestanden, die Eroberung wäre wohl sicher gewesen.

Nur hätten die Eidgenossen im späten August zurück auf die Felder gewollt, und daher hätten sie dem Friedensvorschlag des Bischofs von Basel zugestimmt. Dieser lautete so: Entweder zahlen die Habsburger innert eines Jahres 10’000 Goldgulden oder Waldshut falle zur Eidgenossenschaft. Die Schweizer glaubten nicht daran, dass die Habsburger zahlen könnten.

Die Habsburger hätten jedoch das Geld bei der burgundischen Verwandtschaft geliehen, gegen Verpfändung von Waldshut. Die Helvetier bekamen die Gulden und Waldshut einige Jahrzehnte Knechtschaft, um sich dann von der Verpfändung loszukaufen. Und so kam es, dass weder Waldshut noch der Schwarzwald zur Eidgenossenschaft kamen.

Uli erzählt mir aus seiner Zeit als Leiter des Polizeireviers Waldshut. Ich frage nach der Zusammenarbeit mit der Schweiz. Er habe seine erste Hausdurchsuchung in der Schweiz durchgeführt. Natürlich begleitet von einem Schweizer Kollegen. Aber das sei lange zuvor gewesen, ehe es Verträge gegeben habe, das sei erst viel später gekommen. Und ob es heute einfacher sei, das sei eine andere Frage.

Uli führt mich ganz hinauf zum oberen Stadttor, dem Schaffhausner Turm. Die Aussicht auf die Stadt und das Umland ist umwerfend. Das Gebäude sei lange am Zerfallen gewesen, ehe es in Fronarbeit von der Narro-Zunft renoviert worden sei.

Die Stadt habe sich die Kosten gespart, die Narro-Zunft dafür entsprechend historische Räumlichkeiten erhalten. Die Narro-Zunft besteht seit 1411, sie entstand folglich Jahrzehnte bevor die Eidgenossen Waldshut einnehmen wollten.

Den Erzählungen von Uli könnte ich endlos zuhören, allein der Abend naht. Uli danke ich von Herzen für dieses spannende wie humorvolle Eintauchen in die Waldshuter Geschichte.

Tag 6: Dem Rhein entlang zum Müll-Museum

Mein Weg führt mich praktisch den gesamten Tag dem Rhein entlang Richtung Basel. Irgendwann sehe ich ein Schild «Basel, 59 km». Und morgen will ich dort sein. Wer lange wandert, der wandert allerdings so lange, dass die Kilometer sich irgendwo auf dem Wege verlieren. Es gilt den nächsten Schritt zu vollenden, die Natur zu geniessen.

Das Rheinufer gebietet sich äussert naturbelassen. Wäre da nicht ein Turm auf der Schweizer Seite, der sich sattsam im Rhein spiegelt, die Idylle wäre perfekt. Das Atomkraftwerk Leibstatt begleitet einen quasi zwangsläufig für längere Zeit.

Etwas surreal gar bemerke ich an diesem sonnigen Morgen plötzlich Schatten auf dem Weg. Es ist dies sozusagen der AKW-Schatten. Das Schauspiel währt nicht lange, der Turm und die Wolke dagegen begleiten mich für mehrere Stunden.

Unterwegs treffe ich auf eine Wanderin, die mich kurz anschaut und dann meint, ich würde wohl eine längere Tour gehen. Wir kommen ins Gespräch und Mona erzählt mir davon, dass sie jetzt nach einer Operation wieder das Wandern erlernen müsse. Sie sei ein ganzes Leben lang und gerne gelaufen.

In einem spontanen Interview berichtet mir Mona von ihrer beruflichen Tätigkeit, wie sie begonnen habe, Wander- und Radführer über den Schwarzwald zu publizieren. Noch ganz ohne Internet, nur mit Analog-Fotografie. Es sei hart gewesen am Anfang, aber sie habe ihr Hobby zum Beruf mache können (siehe dazu auch ihre interessante Seite schwarzwald-erlebnisse.de).

Beim Weiterlaufen denke ich über dieses Gespräch nach, über die Grenzen beim Altern, beim Wandern, den Erinnerungen und der Sehnsucht nach Schritten. Danke Mona, ich habe bisher ja einige Menschen auf meiner Wanderung getroffen, aber niemanden, bei dem ich so viel Leidenschaft für das Wandern wie bei Dir erfahren durfte.

Das Städtchen Laufenburg erreiche ich nach dem Mittag. Besser gesagt sind es ja zwei Städtchen. Flussabwärts gesehen liegt links Laufenburg CH, und rechts Laufenburg D.

Hier auf der Foto blicke ich bereits zurück, die deutsche Seite liegt links und Schweiz rechts. Für mich werden auch hier Grenzen überwunden, da sich beide Seiten mit der Brücke zu einem symbiotischen Einander verbinden.

Der weitere Weg führt mich über Bad Säckingen zum Müll-Museum in Wallbach. Die Zeit für Bad Säckingen reichte leider nicht, auch wenn die Altstadt mit der längsten Holzbrücke in Europa natürlich gelockt hätte.

Durch das Treffen mit Mona bin ich spät(er) unterwegs. Damit ich vor fünf Uhr beim Müll-Museum bin, muss ich mich sputen. Einfacher gesagt als getan. Die Hitze brennt und die Füsse schmerzen. Zum Glück kann ich an einer Tankstelle Treibstoff «nachladen», ganz ohne «Saft» geht es nämlich auch zu Fuss nicht.

Das Müll-Museum in Wallbach ist entstanden, weil ein Erich Thomann vor einigen Jahrzehnten sich in einen Teddy verguckte, der ihn in der Deponie anschaute.

Er musste ihn einfach nach Hause nehmen, seine Frau restaurierte ihn und seit da sammelten sich Gegenstände um Gegenstände. Dinge, die im Müll landeten, aber eigentlich noch genutzt werden hätten können.

Erich Thomann verstarb 2021 im Alter von 90 Jahren. Für das Weiterbestehen des Museums zeichnet sein Sohn Karl verantwortlich. Ich frage Karl, wie es gewesen sei als Kind von «Müllsammler/innen».

Er sagt mir, das sei ganz normal gewesen, Papa habe immer wieder Dinge heim gebracht. Daraus sei dann 1991 das Museum entstanden. Noch heute könne nur ein kleiner Teil gezeigt werden.

Letztlich könne im Müll-Museum das bestaunt werden, was weggeworfen worden sei, aber letztlich Zeitzeugnis vergangener Zeiten sei. Besonders gefreut habe ihn die Begegnung mit jenen, welche im Müll-Museum ihre Sachen wieder gefunden hätten. Dieses Wiedersehen sei dann schon sehr emotional gewesen. Lieber Karl, alles Gute und unbeschreiblichen Dank für dieses Eintauchen in alte Schätze.

Vor mir stehen letzte fünf Kilometer bis nach Schwörstadt an. Leider sehe ich den letzten Bus an der Haltestelle nur noch von hinten. Am Sonntag fährt keiner mehr nach 17:50. Was also tun? Auch im benachbarten Ort fährt kein Bus mehr. Ich erinnere mich daran, dass es einige Kilometer weiter unten, beim Kraftwerk Ryburg-Schwörstadt, mögich ist, über die Grenze nach Möhlin zu wandern.

Aus den 34 Kilometern werden deren 39, ehe ich Schweizer Boden betrete. Zum Bahnhof nach Möhlin wären es weitere fünf Kilometer zu Fuss. Das ist mir zu mühsam, ich bestelle ein Taxi. Der Abend ist damit halb gerettet.

Tag 7: Von Deutschland nach Frankreich

Die paar Kilometer mehr von gestern haben ihre Spuren hinterlassen, und zwar nicht nur bei meinen Füssen. Selbst der Taxi-Fahrer möchte nun ziemlich genau wissen, was um Himmels Willen mich dazu antreibt, vom Rheinufer zum Bahnhof Möhlin zu fahren und am nächsten Morgen wieder zurück.

Erstaunt wie ungläubig setzt er mich am Rheinufer ab. Ich denke, er fährt lieber Taxi und ich wandere wohl mit mehr Freude, als wenn ich im Auto unterwegs wäre.

Es geht zurück über die Grenze, bald verlasse ich den Rhein. Wollte ich diesem entlang laufen, so käme ich zwangsläufig wieder in die Schweiz, durch Basel. Das aber will ich nicht, und darum geht es über sanfte Hügel in die Vorhut des Schwarzwaldes.

Es sind dies lauschige Waldpfade. Einsam geht es durch die hügelige Landschaft. Ein paar Dörfer, primär aber Natur. Die Grenze zu Frankreich, noch 20 Kilometer, Basel in gleicher Distanz. Nichts erinnert hier an urbane Zivilisation.

Nach etwa 15 Kilometern passiere ich eine Autobahn. Die Zivilisation kommt näher, kurz ein erster satter Blick in die Vogesen, später Lörrach. Die Hauptstrasse ist aufgerissen, überall Baumaschinen. In einem asiatischen Restaurant tauschen sich die Gäste über die Strassenarbeiten aus. Niemand weiss, wie lange diese andauern.

So richtig städtisch wirkt Lörrach nicht. Ich wandere über einen Hügel. Erneut führt mich mein Weg zur kuriosen Grenze der Schweiz. Reben links, Reben rechts, Reben unten und oben und irgendwann grüsst ein Grenzstein.

Wäre da nicht eine Tafel, welche die Grenze signalisiert, niemand würde diese bemerken. Gut, das laute «Gebrüll» des Handmähers lässt einem erahnen, dass auf der Schweizer Seite das Gras wohl häufig(er) gemäht wird.

Die Kuriosität der Szenerie wird durch einen üppig niedrig gelagerten Schlagbaum erhöht, mit Betonung darauf, dass der Feldweg ferner nur auf der Schweizer Seite geteert ist. Gemäss den Flaggen sieht es zwar anders herum aus, aber (noch kuriöser), die Wappen sind falsch. Schweiz wäre rechts, Deutschland links.

Auf dem weiteren Weg bis zum Rhein hinunter geht es durch Weil am Rhein. Anfangs Einfamilienhäuser, später werden die Bauten höher. Richtig städtisch wird es erst auf dem letzten Kilometer.

Der Grenzübertritt nach Frankreich erfolgt auf einer 2007 eröffneten grosszügigen Fussgängerbrücke. Der Blick auf den Rhein und Basel ist erhaben.

Eine Grenze im engeren Sinn gibt es nicht. Wer etwas den Stimmen lauscht, bemerkt aber bereits auf der Brücke, on parle français. Deutschland ist damit Geschichte. Mit viel Wehmut blicke ich auf die ersten 225 Kilometer zurück. Es war schön in Deutschland, keine Frage.

Den Übergang nach Frankreich habe ich mir weit berauschender vorgestellt. Ja, der Rhein ist schön, die Brücke ebenso. Die Weite hier, alles toll. Aber primär war es einfach heiss, und meine Füsse schmerzten. Und es sind ja noch immer über 1000 Kilometer.

Mein Tempo ist gemächlich und doch dauert es nicht lange, bis ich endgültig in Frankreich ankomme. Fast schon monumental begrüsst mich «La Grande Nation» in Huningue.

Danach folgen einige Kilometer Vororte, die ich müde absolviere. Der frühe Feierabendverkehr verweist mich auf die Trottoirs, wenn es diese denn gibt. Entlang der Strasse gibt es oft Läden, Piscine68, 24/24 ist mir in Erinnerung geblieben.

Die Ausstattung an Bädern bzw. Zubehör dazu ist enorm. Nur ein Probebaden gibt es nicht. Und so wandere ich weiter, den Kirchturm von Hésingue ersehne ich herbei.

Als ich endlich bei der Kirche bin und die ersten Elsässer-Häuser wie aus dem Museum sehe, bin ich versöhnt mit dem Asphalt von Frankreich. Müde besteige ich den Bus.

Um 17:26 bin ich der einzige Passagier im Bus, der in die Schweiz fährt. Wahrscheinlich fahren am Abend alle zurück nach Frankreich. Etwa 60’000 Pendler/innen verzeichnen die beiden Halbkantone Basel. Natürlich bin ich um die guten Busverbindungen dankbar, aber irgendwie zeigt der leere Bus auch auf, wie einseitig die ganze Sache ist.

Der «Privat-Bus» nach Frankreich am frühen Morgen, wenn ich weiter wandere, dürfte garantiert sein. Aber noch mehr als auf einen grosszügigen Sitzplatz freue ich mich darauf, dann die Grenzregion Basel den Rücken kehren zu können.

Kurz vor Hésingue fragte mich ein Mann, ob ich eine Tour de France zu Fuss mache. Nein, um die Schweiz würde ich wandern. Er läuft weiter zu seinem Auto, nicht ohne eine gute Wanderung zu wünschen, und fährt davon. Das Beispiel zeigt schön, das Dreiländereck in Basel ist fest in motorisierter Hand.

1 Kommentar zu «Vom Rhein bis nach Frankreich»

  1. Danke für den Bericht zu diesen schönen Etappen mit spannenden Begegnungen, das Müll-Museum muss ich mir merken. Hoffentlich gibt es in Frankreich weniger Hartbelag.

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